Der Bluttest und was die Ergebnisse bedeuten

    • Der Bluttest und was die Ergebnisse bedeuten

      CRP
      Das CRP ist ein Eiweiß, das als Teil des Immunsystems Entzündungen bekämpft. Es haftet an der Oberfläche von Fremdkörpern, z. B. Bakterien oder Pilzen. Die Fresszellen des Immunsystems beseitigen diese dann. Ein erhöhter CRP-Wert kann im Zusammenhang mit anderen Werten ein wichtiger Hinweis auf Entzündungen sein.

      KREATININ

      Im Skelettmuskel ist Kreatin ein Energiespeicher, der zu Kreatinin abgebaut wird. Dieser Stoff wird im Körper nicht mehr benötigt und über die Niere ausgeschieden. Aus der Höhe des Kreatininwertes kann man Rückschlüsse ziehen, wie gut die Niere diesen Stoff aus dem Blut filtert. Erhält ein Patient Medikamente, die die Niere belasten, behalten Ärzte den Wert im Auge. Die Leistung der Niere wird mit dem Alter schwächer, deshalb haben Menschen über 60 Jahren oft höhere Werte. Der Kreatininwert schlägt erst bei schweren Funktionsstörungen der Niere Alarm. Als Warnsignal ist dieser Wert also ungeeignet. Er wird aber auch benötigt, um den sogenannten GFR zu ermitteln (s.u.).


      GFR

      Die Niere arbeitet wie ein Sieb, das aus dem Blut bestimmte Stoffe filtert. Die sogenannte glomeruläre Filtrationsrate der Niere (GFR) gibt Auskunft darüber, wie gut die Nieren filtern.

      NATRIUM

      Natrium spielt eine wichtige Rolle für den Blutdruck, reguliert mit Chlorid und Kalium den Wasserhaushalt des Körpers. Viele Deutsche nehmen über gesalzene Speisen zu viel Natrium auf, so kann zu hoher Blutdruck entstehen. Umgekehrt kann durch hohen Wasserverlust (Durchfall) zu viel Natrium verloren gehen.

      KALIUM

      Kalium zählt zu den Elektrolyten und ist wichtig für die Regulierung des Wasserhaushalts, beeinflusst mit Natrium und Kalcium auch die Funktion des Herzmuskels. Drastische Abweichungen des Wertes im Blut, etwa durch ein Nierenversagen, können zu Kammerflimmern bis hin zum Herzstillstand führen. Ein gesunder Mensch nimmt genügend Kalium über die Nahrung auf.

      GAMMA-GT

      Das Enzym Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT) findet sich in mehreren Organen wie Leber, Niere oder Bauchspeicheldrüse. Im Blut stammt es in erster Linie von Leberzellen und Gallengangszellen. Ursache für einen
      erhöhten Wert können ein Gallenstau (Cholestase) oder eine Leberzellschädigung sein, beispielsweise durch zu viel Alkohol. Auch andere Erkrankungen (Bauchspeicheldrüse, Niere, Herz) können zu erhöhten Werten führen.


      GLUKOSE/BLUTZUCKER

      Mithilfe des Blutzuckers werden unsere Zellen mit Energie versorgt. Im Darm werden die Kohlenhydrate in kleinere Zuckermoleküle aufgespalten und ins Blut transportiert. Die Bauchspeicheldrüse stellt Insulin bereit, sodass die Zellen den Zucker aufnehmen können. Sowohl ein zu niedriger als auch ein zu hoher Blutzuckerspiegel kann Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein, wie Diabetes, Nebennierentumor oder gestörte Schilddrüsenaktivität.


      TRIGLYZERIDE

      Triglyzeride sind die Energiespeicher im menschlichen Fettgewebe. Alter, Geschlecht, genetische Veranlagung und unser Essverhalten sind Faktoren, die die gespeicherte Menge beeinflussen. Permanent erhöhte Triglyzerid-Werte führen zur Verkalkung von Blutgefäßen (Arteriosklerose) und die wiederum zu Verschlüssen der Beinarterien, Schlaganfällen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse – erhöhte Triglyzeride sind ein Alarmzeichen!


      CHOLESTERIN

      Unser Körper stellt Cholesterin selbst her, durch Nahrung wird zusätzlich ein kleinerer Anteil aufgenommen. Man unterscheidet zwischen LDL- und HDL-Cholesterin. LDL-Cholesterin, das drei Viertel des Cholesterins ausmacht, dient dem Körper zur Instandsetzung von Zellwänden und zur Herstellung von Hormonen wie Cortisol (dessen Vorläufersubstanz Cortison ist) oder Testosteron. HDL entfernt überschüssiges Cholesterin aus Blut und Zellen und transportiert es zwecks Abbau zur Leber. Der Volksmund bezeichnet LDL als „schlechtes“, HDL als „gutes“ Cholesterin. Menschen mit stark erhöhtem LDL-Cholesterin erkranken häufiger im Herz-Kreislauf-
      System. Allerdings kommt es auch auf das richtige Verhältnis von LDL zu HDL an. Sind beide Werte erhöht, ist aber deren Verhältnis zueinander richtig, gilt ein erhöhter LDL-Wert als weniger kritisch. Wird der Überschuss an LDL-Cholesterin zu hoch, lagert es sich in der Muskelschicht der Adern ab. So entsteht Arterienverkalkung (Arteriosklerose), das Risiko für Infarkt/Schlaganfall steigt.


      HARNSÄURE

      Harnsäure entsteht, wenn unser Körper Purine abbaut. Purine sind Bestandteil jeder Zelle und für die Erbsubstanz (DNA) sowie die Entstehung neuer Zellen unerlässlich. Essen wir besonders purinhaltige Nahrung (Hülsenfrüchte, Innereien) kann sich der Wert erhöhen. Löst sich eine Vielzahl von Zellen auf, wird Purin freigesetzt, wodurch der Harnsäurewert steigt. Zu so einer vermehrten Auflösung von Zellen kommt es z. B. bei einer Krebsbehandlung durch Bestrahlung oder Chemotherapie. Harnsäure wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Ist die Konzentration zu hoch, lagert sie sich in Gelenken ab. Auch Harnsteine können Folge sein.


      LEUKOZYTEN

      Die weißen Blutkörperchen (Fresszellen) sind Teil des Immunsystems, stöbern Krankheitserreger auf, nehmen sie auf und verdauen sie. Bei Entzündungen und Krebserkrankungen ist ihre Zahl erhöht. Ist das Knochenmark geschädigt, wo einige Untergruppen der Leukozyten gebildet werden, sinkt ihre Zahl.

      ERYTHROZYTEN UND HÄMOGLOBIN

      Die Erythrozyten (rote Blutkörperchen ) regeln den Transport von Sauerstoff . Sie enthalten den roten Stoff Hämoglobin, an den sich der Sauerstoff bindet. Eisen, Vitamin B12 und Folsäure müssen in ausreichendem Maß vorhanden sein, damit Erythrozyten gebildet werden können.

      HÄMATOKRIT (HK)

      Blut ist flüssig, enthält aber viele feste Bestandteile. Der Hk-Wert gibt an, wie hoch der Anteil der festen Blutzellen ist. Dieser ist wichtig für die Fließfähigkeit des Blutes. Der Hämatokrit steigt, wenn der Flüssigkeitsanteil des Blutes sinkt. Wird es zähflüssiger , drohen Blutgerinnsel (Thrombosen) oder Schlaganfälle.

      MCV, MCH, MCHC UND RDW

      MCV bezeichnet die Größe der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Bei Eisen- oder Vitaminmangel kann der Wert von der Richtgröße abweichen. MCH gibt an, wie viel Hämoglobin ein rotes Blutkörperchen im Durchschnitt enthält. Die Größe unserer Blutkörperchen schwankt, RDW ist ein Maß für diese Unterschiede. Häufig helfen diese Werte, die Ursache für eine Blutarmut (Anämie) zu finden. Entweder hat der Körper zu wenig Blutfarbstoff (Hämoglobin), zu wenig feste Blutbestandteile (Hämatokrit) oder zu wenig rote Blutkörperchen (Erythrozyten).

      THROMBOZYTHEN

      Männer, die sich nass rasieren, vertrauen auf die Thrombozyten, also Blutplättchen. Schneidet man sich, heften sich diese Blutplättchen an das Gewebe unmittelbar neben der Verletzung an und weitere Blutplättchen an diese. So verschließen sie die Wunde. Verklumpen die Blutplättchen innerhalb von Gefäßen, kommt es zu Blutgerinnseln, die Schlaganfall, Infarkt oder Lungenembolie auslösen können.
      Lieben Gruß
      Petzi :herz


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