Gefrierbrand statt Fett-weg: Heilpraktikerin vor Gericht

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Gefrierbrand statt Fett-weg: Heilpraktikerin vor Gericht

      Kryolipolyse - Fett weg per Kälte.

      So wollte Heilpraktikerin Hicran E. den Pölsterchen zu Leibe rücken. Allerdings hatte die Behandlung schwere Folgen. Jetzt steht die gelernte Kosmetikerin wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.
      Eigentlich hat Fatma B. *(21) an ihrem Äußeren nichts auszusetzen. Wenn nur das Bäuchlein nicht wäre. Eine Freundin zeigte ihr auf einer Facebook-Seite die Lösung: Kryolipolyse – der Trend aus Hollywood. Durch lokale Anwendung von Kälte wird Fettgewebe vermindert. Angeboten von Heilpraktikerin Hicran E. (31) und das auch noch zum Schnäppchenpreis.
      Die hübsche Schülerin war begeistert. Doch nach der Behandlung ein böses Erwachen: Das Fett war zwar weg. Doch eine große Narbe blieb bis heute. Und Schmerzen. Sie erstattete Anzeige. Sie war nicht die einzige.
      Zum Prozess gegen die gelernte Kosmetikerin vor dem Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung gaben sich die Opfer die Klinke in die Hand. Insgesamt 16 Frauen wurden Opfer der Behandlung der Heilpraktikerin. Der Richter: „Sie haben doch gar keine Zulassung als Heilpraktikerin.“ Doch die Dame mit der pechschwarzen Mähne und den aufgespritzten Lippen sieht das ganz anders: „Ich habe in der Türkei eine längere Ausbildung gemacht, auch Zertifikate. Und ich beherrsche die Technik.“ Die Mehrzahl ihrer Kunden sei zufrieden gewesen. Abgesehen von den paar Komplikationen, um die es jetzt im Prozess gehe.
      Michaela S. (50): „Ich gab ihr 500 Euro, sie klärte mich kurz mündlich auf. Dann ging’s los. Sie schloss mich an das Kryolipolyse-Gerät an.“ Nach zwei Stunden noch ein bisschen Massage. Die Zeugin: „Ich zog meine Hose an und war freudig überrascht. Die war plötzlich viel zu weit.“ Aber nicht lange. „Am nächsten Tag hatte ich da eine Riesenkugel, die immer größer wurde. Und ein Taubheitsgefühl.“ Sie schickte der Angeklagten ein Foto. „Sie schrieb zurück, ich solle nicht zu viel Wasser trinken.“ Bald zeigten sich rings um den Nabel Blasen. Die Haut löste sich ab: Kälteverbrennungen zweiten Grades.

      Schülerin Fatma erging es ähnlich: „Der Bauch sah danach aus wie Gefrierfleisch. Mein Arzt sagte: Das ist ein Thermoschaden. Das ist Körperverletzung.“ Als sie sich bei der Verursacherin beschwerte, habe die nur schnippisch entgegnet: ‚Selber schuld. Geh weiter Chips essen.“ Die Zeugin: „Ich hatte wochenlang starke Schmerzen. Und eine Narbe blieb auch. Ich bin wütend. Auch auf mich, weil ich so naiv war.“
      Auch Claudia J. (25, Assistentin) fiel auf das Schnäppchenangebot herein: „Fett weg durch Kälte. Das klang cool.“ Doch nach der Behandlung dann das böse Erwachen. „Der Bauch war danach taub. Ich konnte kaum noch laufen.“ Die Angeklagte auf ihre Reklamation: „Das ist normal. Das braucht seine Zeit.“ Und gab der Kundin noch den Rat: „Iss Salat.“
      Auch bei Lippen-, Mundwinkel und Nasenfaltenunterspritzungen soll die Angeklagte gepfuscht haben. In der Anklage ist von Schwellungen, Schmerzen, Knoten, Taubheitsgefühlen blauen Stellen im Gesicht und einer schiefen Oberlippe die Rede.


      ( Quelle und Bilder unter: bz-berlin.de/tatort/menschen-v…ilpraktikerin-vor-gericht )
      Lieben Gruß
      Petzi :herz


      :foto Zu den Galerieregeln :foto

      Galerieregeln und die Schritte zum Galeriezugang