Lebensgefahr nach Brust-OP in Polen! Die Risiken und ihre Rechte bei Pfusch

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    • Lebensgefahr nach Brust-OP in Polen! Die Risiken und ihre Rechte bei Pfusch

      Auch wenn die Angebote verlockend klingen: Bei Schönheitsoperationen sollte man nicht sparen! Jenny S. (27) aus Hennigsdorf bei Berlin kostete das fast das Leben. Die junge Mutter eines dreijährigen Sohnes wollte größere Brüste, fuhr dafür in eine polnische Klinik. D-Cup statt B – statt 4000 bis 6000 Euro sollte die OP dort nur 2600 Euro kosten.

      Doch die Ärzte pfuschten: Sie setzen zu große Implantate ein (600g statt 450g). Folge: Die Narben rissen auf, Jenny litt furchtbare Schmerzen. Nach einer weiteren OP in der polnischen Klinik eiterte die Wunde, blaue Flecken bildeten sich.

      Jennys Berliner Hautarzt reagierte sofort: Not-OP! Bei der Entfernung der Implantate zeigte sich: Vier gebrochene Rippen, eitrige Abszesse an den Brüsten. Nicht weit vom Herzen entfernt: Knochensplitter! Lebensgefahr!
      Jennys Schmerzen sind weg, die Narben sind geblieben, Geld für eine Korrektur-OP hat sie nicht. Sie hat die Klink wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt, fordert Schadenersatz. Prozess folgt.

      Doch wie sind eigentlich meine Rechte nach so einem Pfusch?
      Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Joachim Graf von Finckenstein, Facharzt für Plastisch-Ästhetische Chirurgie und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC):


      Verpfuschte Schönheitsoperation – zahlt meine Krankenkasse die Korrektur-OP?
      Finckenstein: „Ist die Gesundheit in Gefahr, etwa bei lebensbedrohlichen Entzündungen, übernimmt die Kasse die Kosten für die Operation und die Entfernung der Implantate. Geht es um eine kosmetische Wiederherstellung, zahlt die Kasse nicht (z.B. wenn neue Implantate eingesetzt werden sollen). Seit 1. April 2007 gibt es dazu ein Gesetz, das besagt, das Krankenkassen Versicherte an den Folgekosten beteiligen können, wenn sie sich eine Krankheit durch eine ästhetische OP zugezogen haben.“


      Muss Jenny jetzt für ihre polnische Pfusch-OP zahlen?
      Finckenstein: „Jede Klinik hat eine andere Vorgehensweise, wenn es ums Bezahlen geht. Falls Jenny noch nichts für die OP gezahlt hat, würde ich auch nichts zahlen. Wurde das Geld schon überwiesen, sollte sie klagen – und darauf hoffen, zu gewinnen.“

      Kann ich ausländische Ärzte verklagen?
      Finckenstein: „Jedes Land hat seine eigene Rechtsprechung, von daher bräuchten Sie in Polen wohl einen polnischen Anwalt, der vor dem polnisch sprechenden Richter ihren Fall verhandelt. Sie können es auch mit einem deutschen Anwalt versuchen. Aber dieser Stress und Aufwand – das steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Denken Sie immer daran: „Qualität war noch nie billig!“

      Woran erkenne ich gute ausländische Ärzte?
      Finckenstein: „Es gibt eine Gruppierung von Fachärzten für Plastische Chirurgie, die ISAPS. Diese Ärzte haben ihr Metier zwar von der Pieke auf gelernt, aber: Es kann auch hier aufgrund von Sprachbarrieren zu Missverständnissen kommen!“ Auf der ISAPS-Homepage können Sie nach zertifizierten Fachärzten in verschiedenen Ländern suchen.


      (Quelle: bild.de/ratgeber/gesundheit/br…gsdorf-12978210.bild.html )
      Lieben Gruß
      Petzi :herz


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